Stimmen zum LBI HPR

Stimmen zum Institut


Univ.-Prof. Dr. Rudolf Richter, Universität Wien


Rudolf Richter

"Gesundheit ist nicht nur ein Frage der Medizin. Die Sozialwissenschaften können aufzeigen, dass soziale Herkunft, Wohnumgebung, Zufriedenheit mit dem privaten und beruflichen Leben, Einbettung in soziale Netzwerke und viele andere soziale und psychische Merkmale auf das körperliche Wohlbefinden einwirken. Damit wird Gesundheitspolitik zu einer Frage der Sozialpolitik und zu einer wirtschaftspolitischen Frage. Rechtliche Zugänge zu Leistungen, Kosten der Strukturen des Gesundheitswesen und das Zusammenwirken der entsprechenden Institutionen und Organisationen sind zentrale Fragen, die mit sozialwissenschaftlichen Vorgehensweisen behandelt werden können.

So erweist sich auch die Zusammenarbeit und personelle Verknüpfung des Ludwig-Boltzmann Institute Health Promotion Research mit dem Institut für Soziologie an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien als erfolgreich zu Beantwortung von Problemen im Gesundheitssektor."


Dr. Josef Probst, Generaldirektor- Stv. Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger


Josef Probst

"Im internationalen Vergleich hat das österreichische Gesundheitssystem einen guten Ruf, und punktet insbesondere mit hoher Ergebnisqualität und guter Zugänglichkeit für PatientInnen. Für ein Mehr an Gesundheit muss neben der Optimierung der Krankenbehandlung die Gesundheitsförderung in der Gesundheitspolitik einen größeren Stellenwert einnehmen. Bei der Strategieentwicklung im Bereich der Gesundheitsförderung ist uns das Ludwig Boltzmann Institut ein wertvoller Partner. Wir arbeiten gemeinsam an den Themen gesunde Schule und Gesundheitsförderung in der Langzeitbetreuung. Unser Leitgedanke bei der Weiterentwicklung der Strategie für gesunde Schulen ist, dass gesündere Schüler besser Ergebnisse liefern und bessere Bildung die Gesundheitschancen erhöht. Auch im Bereich der Langzeitbetreuung arbeiten daran die Ressourcen der zu betreuenden Personen, der Angehörigen und dem Pflegepersonal zu stärken."


Prof. Dr.in Doris Schaeffer, Universität Bielefeld


Doris Schaeffer

"Soeben hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung des Gesundheitswesens (SVR) in Deutschland sein Sondergutachten 2009 vorgelegt, das den Herausforderungen in einer Gesellschaft des längeren Lebens gewidmet ist (SVR 2009). Er betont darin, was viele Experten seit längerem unterstreichen: der demografische Wandel schreitet unaufhaltsam und immer rascher voran. Bereits heute rangiert Deutschland weltweit an vierter Stelle, wenn es um das höchste Durchschnittsalter der Bevölkerung geht und zu erwarten hat, dass hier im Jahr 2050 ca. 11% der Gesamtbevölkerung über 80 Jahre alt sein wird. Der Zugewinn an Lebensjahren ist für viele ältere Menschen mit einem spürbaren Gesundheitsgewinn verbunden; allerdings nicht für alle und meist nicht bis zum Lebensende. Im hohen Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von Gesundheitseinbußen, chronischer Krankheit, Multimorbidität und auch von Pflegebedürftigkeit. Prognosen zufolge wird diese Entwicklung anhalten. So ist etwa zu erwarten, dass die Zahl Pflegebedürftiger in Deutschland bis zum Jahr 2030 auf 3,28 Mio ansteigen wird (ebenda).

Für das Gesundheitswesen sind damit zahlreiche Herausforderungen verbunden. Vor allem die Prävention von Pflegebedürftigkeit und die Gesundheitsförderung bei bedingter Gesundheit bzw. bei chronischer Krankheit im Alter, wird zu einer immens wichtigen Aufgabe. Mehr und mehr setzt diese Erkenntnis sich durch, ebenso, dass Prävention und Gesundheitsförderung auch in der Langzeitversorgung stärkerer Beachtung bedürfen. Noch aber fehlt es an tragfähigen Konzepten und Modellen dafür wie diese Aufgabe hier anzugehen ist. Um so wichtiger ist die Arbeit des LBI for HP Research, das sich in einem seiner Arbeitsbereiche auch dem Thema HP in Long Term Care widmet. Es bearbeitet damit ein zukunftsweisendes Thema, dessen Relevanz (allein aus Kostengründen) in den kommenden Jahren immer weiter wachsen wird."